K

Kalium (K)

Der dritte Makronährstoff. Kein GH- oder KH-Test misst ihn, ein Süßwasserbecken kann komplett leerlaufen, und Billigdünger unterdosieren ihn.

Idealbereich5–30 mg/L
Kritisch über> 100 mg/L

Pflanzenbecken wollen Kalium irgendwo zwischen 5 und 30 mg/L, und anders als Nitrat oder Phosphat kommt es selten von allein — die meisten Leitungswässer bringen nur 2 bis 5 mg/L mit, und Futter trägt kaum bei. Das Erkennungszeichen des Mangels sind Löcher in älteren Blättern. Die Korrektur kostet Centbeträge: 1 g K₂SO₄ auf 100 L bringt ~4,5 mg/L Kalium.

Was es ist

Kalium ist das K in NPK. Pflanzen brauchen es für Stomataregulation, Enzymaktivierung und Zellsaftspannung — Wasser- und Nährstofftransport. Anders als Ca und Mg trägt es nichts zur Gesamthärte bei und schlüpft an den üblichen Testkits vorbei.

Durch die Hintertür anderer Dünger kommt es allerdings doch herein: KNO₃ und KH₂PO₄ tragen Kalium als Gegenion, weshalb Becken mit vollem Makro-Programm meist versorgt sind, ohne dass je jemand über K nachgedacht hätte — und Becken, die ihr Nitrat aus anderen Quellen beziehen, laufen leise leer.

Warum es wichtig ist

Kalium ist der Makronährstoff, von dem die meisten Leitungswasserquellen zu wenig haben — und den billige „Komplett"-Dünger unterdosieren, weil die Pro-Liter-Mathematik der Flasche das schlecht hergibt. Ein K-Mangel-Tank sieht gesund aus, bis der Wuchs nachlässt; dann zeigen Blattränder Lochfraß, der wie PO₄-Mangel aussieht — nur dass PO₄-Dosierung nichts ändert.

Für die 80 % der Pflanzentanks mit Leitungswasser oder Osmose-Aufhärtung ohne extra K ist Kalium praktisch immer der limitierende Nährstoff.

Das Lochmuster

Unter 5 mg/L anhaltend: Lochfraß auf älteren Blättern, langsamer Wuchs, Pflanzen reagieren nicht auf N- oder P-Düngung.

Die Löcher haben eine Handschrift. Sie beginnen als punktförmige gelbe Flecken auf älteren Blättern, die Mitte stirbt ab und fällt heraus, und jedes Loch behält einen schmalen gelben Rand — dieser Rand unterscheidet den Kaliummangel von Schneckenfraß oder mechanischen Schäden, die glattrandige Löcher in ansonsten grünes Gewebe stanzen. Schnellwachser melden sich zuerst: Hygrophila, Hornfarn und Amazonas-Schwertpflanzen perforieren binnen Wochen, während langsame Arten wie Anubias monatelang durchhalten. Unbehandelt fließen die Löcher zusammen, die Blattränder vergilben, und die Pflanze wirft ihre älteren Blätter komplett ab. Dem Besatz ist das alles gleichgültig — Kalium hat für Fische und Garnelen in keiner Konzentration, die sich durch Dosieren erreichen ließe, nennenswerte Giftigkeit. Deshalb ist das hier ein reiner Pflanzenparameter.

Woher es kommt — und woher nicht

Leitungswasser: meist 2 bis 5 mg/L, in landwirtschaftlichen Gegenden gelegentlich mehr, für eine ernsthafte Pflanzenmasse nie genug. Garnelen-Aufhärter sind um Calcium und Magnesium herum gebaut und führen Kalium höchstens in Spuren — das Osmose-Garnelenbecken mit Pflanzen ist der Lehrbuchfall für null Kalium. Seachem Equilibrium ist die Ausnahme: grob ein Fünftel Kalium nach Gewicht, was Becken, die es nutzen, unbemerkt versorgt. Wurzeltabs füttern Wurzeln, nicht die Wassersäule — Stängelpflanzen, die aus dem Wasser ziehen, hungern auch über gedüngtem Boden. Wer ein Low-Tech-Becken ohne CO₂ und ohne Säulendüngung fährt, für den ist Kalium der erste Makro, der sich lohnt — die Anleitung zum Pflanzenbecken ohne CO₂ nimmt die ganze Nährstoffseite durch.

Wenn es klettert

Über 100 mg/L: meist harmlos für Fische, reichert sich aber schnell an, wenn überdosiert und Wechsel ausgesetzt werden.

Zwischen 30 und 100 mg/L geht sichtbar nichts schief — das Band existiert, um Anreicherung zu markieren, denn Kalium hat aus einem Becken keinen Ausgang außer dem Wasserwechsel: es gast nicht aus wie CO₂, fällt nicht aus, und Pflanzen nehmen nur, was sie brauchen. Eine K-Linie, die Messung für Messung steigt, heißt: die Dosierung übersteigt den Verbrauch — dann die Dosis kürzen, statt mit Extra-Wechseln hinterherzuputzen. Manche Halter berichten von empfindlichen Stängelpflanzen (Rotala-Arten sind die üblichen Verdächtigen), die bei sehr hohem K stauchen, angeblich weil es die Calciumaufnahme verdrängt — die Belege sind anekdotisch und umstritten, aber wer im Band von 5 bis 30 bleibt, umgeht die Debatte komplett. Und weil Leitungswasser kaliumarm ist, sind gewöhnliche Wasserwechsel die Korrektur: zwei 30%-Wechsel holen grob die Hälfte jedes Überschusses heraus.

Dosieren

Kaliumsulfat (K₂SO₄) für saubere K-Zugabe oder Kaliumnitrat (KNO₃), wenn du auch NO₃ willst. 1 g K₂SO₄ auf 100 L bringt ~4,5 mg/L K. Die meisten Komplettmakros (Aqua Rebell Makro Basic NPK, Tropica Specialised) bringen K im richtigen Verhältnis — der Dosierungsrechner macht die Flaschen-Mathematik.

Konkret: ein 100-L-Becken um 10 mg/L anzuheben braucht 2,2 g K₂SO₄ — etwa ein halber Teelöffel, vorher im Krug gelöst. KNO₃ liefert zwei Makros auf einmal (1 g auf 100 L ≈ 3,9 mg/L K plus 6,1 mg/L NO₃) — effizient, wenn beides fehlt, und ein Problem, wenn das Nitrat schon an der Decke steht. Wirf vorher einen Blick auf dein Nitrat-Phosphat-Verhältnis, bevor du das Salz wählst. Eile und Schockrisiko gibt es nicht; Kalium lässt sich in einer einzigen Gabe korrigieren.

Testen — und warum die meisten es lassen

JBL Kalium, Sera K — Kits sind seltener und langsamer als NO₃/PO₄. Die meisten Pflanzentank-Halter dosieren K gegen ein Ziel (10–20 mg/L), ohne wöchentlich zu testen.

Die gängigen Hobby-Kits sind Trübungstitrationen, keine Farbkarten: du gibst Reagenz tropfenweise zu, bis ein Symbol unter der Küvette hinter der entstehenden Trübung verschwindet, und die Tropfenzahl ergibt die Konzentration. Das macht sie langsam, und es macht Technik wichtig — gleiches Licht, gleicher Blickwinkel, die Tropfen nicht hetzen, denn der Endpunkt schleicht sich an, statt zu schnappen. Die Auflösung liegt bestenfalls bei ein paar mg/L. Die pragmatische Routine: wöchentlich berechnete Mengen dosieren, monatlich testen, um sicherzugehen, dass der Wert nicht hochratscht — und den Monatswert protokollieren. Eine Anreicherung, die zwischen zwei Messungen unsichtbar bleibt, ist als Halbjahreslinie unübersehbar.

Was ist ein guter Kalium-Wert im Süßwasseraquarium?
Der ideale Kalium-Bereich liegt bei 5–30 mg/L.
Ab wann ist der Kalium-Wert zu hoch?
Über 100 mg/L gilt der Wert als kritisch.
Manfred

Manfred merkt sich still jeden Test, den du zu diesem Parameter loggst. Der Trend ergibt sich — keine Tabelle nötig.

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