Temperatur
Der Parameter, der die Stoffwechselrate von allem im Becken steuert. Stabilität ist wichtiger als Präzision.
Was es ist
Wassertemperatur, in Grad Celsius. Steuert die Stoffwechselrate — Fische, Garnelen, Pflanzen, Bakterien laufen bei höherer Temperatur schneller. Steuert auch die Gaslöslichkeit: warmes Wasser hält weniger Sauerstoff, weniger CO₂, weniger von allem.
Warum es wichtig ist
Tropische Arten haben sich bei etwa 22–28 °C entwickelt. Zu kalt und das Immunsystem schwächelt, Ichthyo-Ausbrüche werden häufig, träge Fische wirken matt. Zu warm und der gelöste Sauerstoff fällt schnell genug, um sensible Arten zu stressen. Plötzliche Sprünge — besonders mehr als 2 °C in einer Stunde während eines Wechsels — sind weit gefährlicher als ein stabiler Wert, der einen Grad daneben liegt.
In CO₂-injizierten Pflanzentanks schiebt jedes zusätzliche Grad den Pflanzenstoffwechsel hoch und damit den CO₂-Bedarf mit. Ein Tank, der bei 24 °C und 20 mg/L CO₂ läuft, braucht bei 27 °C eher 28 mg/L für dieselbe Pflanzenmasse.
Wie testen
Ein Digitalthermometer (billig, ±0,1 °C) oder ein Aufkleber-Flüssigkristallstreifen aussen am Glas (gut genug für tägliches Augenmaß). Mit dem Heizer paaren, nicht darauf vertrauen — Heizer-Skalen sind notorisch um 2–3 °C daneben.
Wie hoch und niedrig aussehen
Unter 20 °C: träge Fische, Pflanzen kümmern, Ichthyo-Risiko steigt. 22–26 °C: tropischer Standard. Über 28 °C anhaltend: Fische atmen schwerer, O₂ sinkt, Pflanzentanks kämpfen. Über 32 °C: gefährlich für die meisten Arten, Notfall.
Wie beheben
Zu niedrig — Heizerleistung an Beckengröße anpassen (Faustregel: 1 W pro Liter bei 20 °C Raumtemperatur). Zu hoch — Oberflächenbewegung erhöhen, Ventilator über die Wasseroberfläche für Verdunstungskühlung, Raumtemperatur senken oder kurzfristig eine versiegelte Eistüte einschwimmen. Wechselwasser auf ±1 °C der Beckentemperatur bringen, um Sprünge zu vermeiden.
