Phosphat (PO₄)
Ein Makronährstoff für Pflanzen, Brennstoff für Algen — und der Wert, den viele fälschlich als "schlecht-wenn-nicht-null" lesen.
Was es ist
Phosphat ist einer der drei Makronährstoffe der Pflanzendüngung — Stickstoff, Phosphor, Kalium. Fischfutter, Futterreste und gezielte PO₄-Dosierung sind die Hauptquellen; Pflanzenaufnahme und Bindung an den Bodengrund sind die Hauptsenken.
Warum es wichtig ist
Eine Aquaristik-Folklore aus den 1990ern besagte, jegliches Phosphat sei ein Problem, weil es "Algen füttert". Das war eine Halbwahrheit: Algen wachsen, wenn einer der Faktoren Licht, CO₂ oder Nährstoffe limitierend wird — und in einem CO₂-injizierten Pflanzentank hungerst du die Pflanzen meist schneller aus als die Algen, wenn du PO₄ unter Null fährst. Moderne Estimative-Index- und Tropica-Düngung läuft bewusst bei 0,1–2,0 mg/L PO₄.
Wie testen
Flüssigtests (JBL PO₄ Sensitiv, Salifert PO₄, Hanna ULR Checker für Sub-ppm). Stäbchentests sind unter 1 mg/L zu grob. Vor dem geplanten Wechsel testen, damit der Wert den Zyklus-Tiefpunkt zeigt; wer täglich dosiert, testet zur Wochenmitte, um zu sehen, was die Routine tatsächlich hält.
Wie hoch und niedrig aussehen
Unter 0,05 mg/L anhaltend: Lochfraß auf älteren Blättern, besonders bei schnellen Wuchstypen (Limnophila, Cabomba). Neuer Trieb klein. Über 3–5 mg/L: nicht direkt schädlich, schiebt aber das Nährstoffprofil Richtung leichten Algen, wenn Licht und CO₂ nicht mithalten.
Wie beheben
Zu niedrig — KH₂PO₄ (Monokaliumphosphat) direkt dosieren oder komplettmakro mit Phosphat. Ziel: 0,5–1,0 mg/L im wöchentlichen Tief nach Wasserwechsel. Der Dosierungsrechner macht die Milliliter-Mathematik. Zu hoch — Wechselanteil erhöhen oder Fütterung reduzieren; PO₄-Binder sind letztes Mittel, da sie meist überschießen.
