Nitrit (NO₂)
Der toxische Zwischenschritt des Stickstoffkreislaufs. In einem eingefahrenen Becken sollte er immer null sein.
Was es ist
Nitrit ist die zweite Stufe des Stickstoffkreislaufs — von einer Bakteriengruppe aus Ammonium produziert, von der zweiten Gruppe in Nitrat umgesetzt. In einem ausgereiften Becken hält die zweite Gruppe mit der ersten Schritt und NO₂ reichert sich nicht an.
Warum es wichtig ist
Nitrit bindet an Fisch-Hämoglobin und blockiert den Sauerstofftransport — bei 0,5 mg/L sind Fische sichtbar gestresst und schnappen an der Oberfläche; bei anhaltend 1 mg/L beginnt die Sterblichkeit innerhalb von Stunden. Garnelen vertragen noch weniger. Ein NO₂-Wert ungleich null in einem eingefahrenen Becken bedeutet immer, dass etwas nicht stimmt: Filtercrash, zu gründliche Reinigung, neuer Besatzschub oder ein Antibiotikum, das die zweite Stufe ausgelöscht hat.
Wie testen
Tropfentests sind Standard (JBL NO₂, Tetra NO₂, Salifert). Teste sofort, wenn du ein Problem vermutest — Fische schnappen, plötzlich trübes Wasser, Medikamentengabe, nach Bodenwühlen. In einem reifen Becken reicht monatlich; im Einfahrbetrieb täglich.
Wie hoch und niedrig aussehen
Null ist der einzige akzeptable Dauerwert. Alles über 0,1 mg/L bedeutet, dass die biologische Filterung teilweise defekt ist. Über 0,5 mg/L akut gefährlich; über 1 mg/L tötet sensible Fische binnen eines Tages.
Wie beheben
Nicht warten, bis die Bakterien aufholen. Sofortiger 50%-Wasserwechsel zur Verdünnung — am nächsten Tag wiederholen, wenn noch über 0,1 mg/L. Während der Filter sich erholt: Fütterung auf ein Viertel reduzieren (weniger Ammonium = weniger NO₂) und keinen neuen Besatz, bis aufeinanderfolgende Nullwerte wieder da sind.
